Mitterode

Mitteröder Stachelbeerschnitzer

Vor langer Zeit lebte in dem Dorf Rechtebach ein Pfarrer und sein Knecht. Dieser Mann verrichtete landwirtschaftliche Arbeiten auf den Pfarrhofe. Eines Tages kam der Knecht zu seinem Herrn und sagt:“Gnädiger Herr, unsere Miststätte ist bis zum Rand gefüllt, wir müssen unbedingt Mist fahren, wo soll ich damit hin?“ Der Pfarrer überlegte eine Weile, dann sagte er zu seinem Knecht: „Fahre ihn dorthin wo der Boden am schlechtesten ist.“
Der Knecht belud nun seinen Wagen mit dem Dünger, spannt seine Pferde davor und fuhr los. Es war am frühen Morgen als er aufbrach und der aufgehenden Sonnen entgegen fuhr. Zuerst kam er über die Kirchhosbacher Flur. Der Boden, den Boden den er hier vorfand erschien ihm aber noch zu gut und des Mistes nicht bedürftig. Weiter ging die mühsame Fahrt bergauf dicht am Alpstein vorbei. Endlich kam es auf der Höhe an, der Wald war zu Ende, da sah er tief unten im Tal das damals noch sehr kleine Dörfchen Mitterode liegen. Neben dem Wege bemerkte er einen Acker welchen er als den schlechtesten erkannte den er jemals gesehen hatte.
Er überlegte gar nicht lange, schnell wurde abgeladen, umgedreht und zurück nach Rechtebach gefahren. Die Sonne stand schon hoch am Himmel. Der Knecht hatte seine Ladung nicht auf dem Acker, sondern am Wegrand abgeladen. An dieser Stelle stand ein Stachelbeerstrauch.
Nun geschah Folgendes:
Dieser Stachelbeerstrauch, der durch den Mist des Pfarrherrn so gut und reichlich gedüngt worden war, wuchs und wuchs, bis nach geraumer Zeit aus ihm ein großer Baum wurde. Aus Dankbarkeit trug er nun jedes Jahr viele schöne und große Früchte.
Mit der guten Ernte kam auch eine Sorge über die guten Leute von Mitterode. Man wusste nämlich nicht was man mit den vielen schönen Beeren anfangen solle, weil sie doch zum Wegwerfen zu schade waren. Es wurde damals viel beraten, wie so oft hatte jeder eine andere Meinung, fast hätte man sich geschlagen. Es kam dann doch nicht zu einer Schlägerei, der Dorfschulze war inzwischen erschienen, er hatte schon eine Weile abseits gestanden und alles gehört. Nun war dieser Schultheis ein ehrenwerter Mann der auch mit viel Klugheit bedacht worden war.
Er kam näher, wischte sich seinen großen Bart und sprach: „Liebe Mitteröder, ich mache euch folgenden Vorschlag: Wir werden die Früchte ernten, dann schnitzeln und in einem Backofen dörren, so haben wir im Winter genügend Dörrobst.“
Wie der Schultheis vorgeschlagen hatte wurde es dann auch gemacht.
Dieser Stachelbeerbaum trug Jahr um Jahr seine Früchte, aber er wurde dann doch alt und gebrechlich und musste unter Bedauern der Einwohner von Mitterode gefällt werden. Beim Zerlegen des Baumes soll der Stamm etwa 4fm Holz erbracht haben, dazu kamen noch viele Wellen Reißig zum Heizen der Backöfen.
Aus dem Stamm soll die Welle des Mühlrades der Speckmühle angefertigt worden sein.
Für die Wahrheit und Richtigkeit bürgte in den Jahren 1920 – 1930 der verehrte Schulrat Dithmar.

Karl Dithmar war von 1916 – 30.09.1938 Kreisschulrat.

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