Mitterode

Die Dorfkirche zu Mitterode

Im Kirchenregister ist verzeichnet: Von wem sie erbawet, ist keine gewisse Nachricht, sonsten berichten die Edelsten der Gemein, daz sie gehoret, die solle St. Nicolo zu Ehren gebawet sein. Die von Müterode sind sicherlich die Bauherrn gewesen.
Aus dem schon bei Mitterode erwähnten Wehrturm ist durch Anbau, Umbau und Aufstockung bis um 1595 die jetzige Dorfkirche entstanden.
Der Eingang zu dem Turm müsste früher an der Ostseite gewesen sein. An der anderen Seite ist nicht erkennbar, dass eine Türöffnung zugesetzt wurde. Der Umbau zu einer damals sehr kleinen Kirche begann mit dem Abbruch der Ostseite. Danach wurde der massive Langbau errichtet und das Dach  aufgesetzt. Der Turm und der massive Langbau  sind nicht gleichzeitig entstanden, da Mauerwerkfugen dazwischen liegen. Der Quer- Westturm hat zwei massive Geschosse, dessen Sandsteinmauern durch kleine Schlitzscharten durchbrochen wurden, wovon noch einige sichtbar sind. Die Fenster im Turm wurden zu dieser Zeit eingesetzt. Der Fachwerkaufbau über dem Massiven Langbau ist vor 1500 erfolgt.
Als die Kirche zu klein geworden war, musste vergrößert werden. Dazu hat man die Ostseite des massiven Langbaues abgebrochen und den Fachwerkanbau errichtet. Der zweigeschossige Anbau zeigt die Jahreszahl (A. D. 1580). Über dem massiven Langbau und dem ersten Geschoss des Fachwerkanbaues wurden Träger gelegt und ein Dachboden geschaffen. Zimmermeister Lips (= Philipp) Borschel. In Mitterode war man der Meinung, dass die Kirche im 30jährigen Krieg ausgebrannt sei. Sie ist damals nicht ausgebrannt.

Bei dem Umbau der Kirche um 1725 - 1730/32 entstanden die Emporen. Dazu wurden die Träger und die Decke herausgenommen. Kanzel und hintere Bankreihen sollen aus dem Jahre 1725 stammen. Die Brettertonne wurde ebenfalls eingebaut. Die Ausmalung der Kirche entstand 1730.
Das Fachwerkobergeschoss des Turmes stammt aus der Zeit kurz vor 1600, als die im Jahre 1595 von Hans von Diete auf dem Hof Wellingerode gestiftete erste große Glocke ihren Platz finden mussten.
An der Südseite, in der Kirche, hängt ein Kreuzigungsgemälde. Es ist eine Gedenktafel für den in Mitterode mit 26 Jahren verstorbenen Pfarrer Valentin Wedemann. er war 1575 vermutlich in Eschwege geboren und am 17.01.1601 in Mitterode gestorben. er wurde in der Kirche vor dem neuen Altar beigesetzt.
Der Orgelbaumeister Johann Eberhardt Dauphin, wohnhaft in Iba, hat 1728 die Orgel in Mitterode eingebaut.
Johann Eberhardt Dauphin war Hugenotte. Er und seine Frau stammen aus Mühlhausen im Elsaß. Er starb in Hoheneiche und wurde dort am 26.04.1731 begraben. Seine Frau Anna Elisabeh wurde am 01.05.1731 in Wichmannshausen beigesetzt.
Im Jahre 1820 wurde die Emporebühne dadurch erweitert, dass ein Teil der den Herrschaften zu Wellingerode zustehenden Sitzplätze durch Versetzung der Scheidewand hinzukamen. Die von Diede waren bereits 1707 ausgestorben.
Im Sommer des Jahres 1953 wurde eine Innenrenovierung vorgenommen, bei der es einige Überraschungen gab. der alte, unschön gewordene Ölanstrich sollte erneuert werden. Dazu war es nötig die Holzteile gründliche zu reinigen. Dabei stieß man auf eine über zweihundert Jahre alte Malerei. Bald war man sich darüber klar geworden, dass die ganze Malerein freigelegt werden sollte. Es wurde mehr gefunden als man vermutet hatte. Die Brettertonne zeigt die Sonnen im Wolkenmeer, dazu 8 Engel, davon 4 mit Spruchbändern. Nun galt es, dieser alten Malerei ihren alten Glanz wiederzugeben.
Bei der Außenrenovierung im Jahre 1973 wurde der um 1860 aufgebrachte Außenputz vom Mauerwerk und dem Fachwerk entfernt. Der Fachwerkanbau gab die Jahreszahl 1580 frei. Damit ist bestätigt, dass die Kirche im 30jährigen Kreig nicht abgebrannt ist.
1973 wurde auch eine Innenrenovierung durchgeführt. Dabei sind die Wände isoliert, der aus Sandstein bestehende Altar abgebrochen und das Gestühl und die Sandsteinplatten des Fußbodens herausgenommen worden. Danach wurde der Fußboden mit Fliesen ausgelegt und der Altar als barocker Holztisch aufgestellt. Das Gestühl wurde ausgebessert und wieder eingebaut. die Orgel aus dem Jahr 1728 erhielt ein neues Werk.
Die Kirche zu Mitterode wurde für die vorbildliche Renovierung mit der Plakette des Hessischen Heimatbundes ausgezeichnet. Die Ehrenurkunde und den Wappenteller der Hessischen Landesregierung nahm Pfarrer Rockenschuh als Vertreter der Kirchengemeinde entgegen.

Die Wetterfahne auf dem Turm stammt aus dem Jahre 1771, die auf dem Langbau aus 1860. 

  

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